Hätte nie geglaubt, das es so schwer wird, hier alles aufzuschreiben. Okay, hier nun ein paar Worte zur Vorgeschichte. Also waren 5 Leute aus Weißenfels und Umgebung, die sich schon ewig kennen und an den Wochenenden durch sämtliche Clubs zogen, die es "hier" so gibt bzw. gab. Mit "hier" meine ich natürlich nicht Weißenfels! Eines schönen Tages langweilten wir uns mal wieder in Weißenfels und fragten uns, wieso es so etwas auch nicht hier gibt. Okay, es gab den Live-Club, aber der konnte uns nicht das bieten, was wir wollten. Über das, was es hier sonst noch gab und gibt, will ich mich nicht weiter auslassen..... Eine richtige Clubkultur fehlte hier völlig, leider hat sich das bis heute auch nicht geändert. Immer nur "Tanz für jung und Junggebliebene"... nööö ... das macht ja krank in der Birne. Aber nun zurück zum Thema, sonst finde ich hier kein Ende mehr. Es war an einem Sonntag im Sommer 2002, wir saßen wie jeden Sonntagabend in der Kneipe und wie wir da so am Reden waren, kam uns da so eine ganz dumme Idee. Wie wäre es, wenn wir nicht selber was versuchen und einfach mal einen Club aufbauen??? Zuerst war alles nur eine Schnapsidee, wurde dann aber jeden Sonntag zum Thema. Zu dieser Zeit kam auch der Name Trommelfabrik auf. Trommelfabrik deswegen, weil es ja erstens, in Weißenfels eine gab und zweitens, die Trommel etwas mit Musik machen zu tun hat. Die Idee war geboren, der Name erfunden, was uns jetzt noch fehlte waren Leute und Torsten kam auf die super Idee ein paar Flyer zu drucken. Gesagt, getan und kurze Zeit später lagen die Flyer überall in Weißenfels aus. Leider meldeten sich darauf nur drei Leute, darunter ein DJ aus Weimar und unser Floh. Es war die Zeit der Montagspartys. Als Floh hörte, was wir vorhatten, war er sofort begeistert und gleich mit dabei. Nun brauchten wir nur noch einen Raum für die ganze Geschichte.....


Jetzt waren wir also schon 6 Leute und alles was uns nun noch fehlte, war ein Platz, um unsere Idee zum Leben zu erwecken. Als erstes ging es zur Stadt und wurden, bis auf einige Ausnahmen, mit offen Armen empfangen. Leider nützte das aber nicht viel, denn am Ende blieb alles ergebnislos. Manche Leute wussten überhaupt nicht was wir wollten, konnten sich null Vorstellungen machen und somit war das Thema "Stadt" für uns erledigt. Nun ging es also selber auf die Suche, alles was wir "nur" brauchten, war ja ein alter ungenutzter Keller, oder eine alte Industriehalle. Verfallene alte Gebäude, die für unsere Zwecke geeignet waren, gab es ja genug in Weißenfels. Da wir aber nicht gerade mit viel Geld in den Taschen hatten und die Geldgier mancher Leute übergroß war, hatten wir  ein leichtes Problem. Glücklicherweise schauten wir uns auch auf dem Gelände der Drakena um. Dort lief uns dann auch der Herr Rittberger über den Weg, bei dem ich mich an dieser Stelle auch bedanken möchte. Als er von unseren Plänen hörte, sagte er einfach nur: "Ich denke, ich hab da was für euch." und kurze Zeit später hatten wir ein Platz für unsere Träume. Hierbei handelte es sich um eine alte Industriehalle in der zu Ostzeiten Ketten hergestellt wurden, sie befand sich in einen schrecklichen Zustand. Wie es damals aussah, seht ihr ja auf den Bildern. Nun ging es also an die Arbeit, die Halle musste gesäubert und für unsere Zwecke hergerichtet werden. Vielen Dank an alle Leute, die uns damals mit zur Seite standen und ohne die das alles auch nicht so schnell passiert wäre. Jetzt ging es darum, dem Kind einen Namen zu geben. Der Name Trommelfabrik stand im Raum, passte aber nicht zur Drakena und war auch viel zu lang. Also kam Floh auf die einfache und geniale Idee, den Namen einfach abzukürzen. Somit wurde aus der TROmmelFAbrik die Trofa.


Ja nun war es geschafft, die Trofa war am Leben und die Probleme begannen. Es war viel zu hören, auf der einen Seite, dass wir ne Disco wären, auf der anderen, das wir hier was mit Drogen am Hut hätten. Das Schlimme ist ja, solche Geschichten hörte man nur von Leuten, die uns erstens nicht kennen und zweitens nie bei uns zu Gast waren! Die guten Weißenfelser Amtsschimmel meldeten sich dann auch zu Wort, gaben uns Auflagen über Auflagen, die ja auch zum Teil erfüllt wurden. Statt Hilfe zu bekommen, gab es nur den Rat alles sein zu lassen. Manche waren sogar der Meinung, dass Weißenfels ein so abwechslungsreiches Kulturleben bietet, dass man am Wochenende gar nicht weiß, wo man zuerst hin gehen soll. Wie die Wirklichkeit ausschaut, weiß wohl jeder selber. Immer wieder war auch zu hören, dass es so was wie uns nicht in der Stadt geben darf und wir auf keinen Fall zugelassen werden. Leider hatten wir nie die Chance, das auch direkt ins Gesicht gesagt zu bekommen, stattdessen wurde sich hinter Vorschriften versteckt und so nahm die Geschichte der Trofa vorerst ein schnelles und trauriges Ende.


Am 09.05.2003 war es dann soweit: Uns wurde die Nutzung der Trofaräume verboten. Nur mit viel Überredungskunst konnte eine offizielle Versiegelung unserer Räume verhindert werden. Das sollte es nun gewesen sein. Nicht mit uns. Wir stellten einen offiziellen Bauantrag mit allem was dazugehört und warfen Geld für einen Architekten zum Fester raus. Nach langem Hin und Her kam es zur Sprache: Diese Räume können für Partys nie genutzt werden. Dumm gelaufen.....Game over...Ofen aus.....Naja, aus war er ja nie. Unsere neue Freizeitbeschäftigung hieß ab sofort: Finde eine neue Location. Nach mehreren Nullnummern entschieden wir uns für die aktuellen Räumlichkeiten. Da wir nun den offiziellen Weg gingen, wurde ein Bauantrag gestellt. Nach ein paar Klärungen mit den Ämtern konnte es los gehen. Leider hatten wir beim letzten Bauantrag unsere gesamte Kohle verballert und waren somit pleite. Mit zwei Benefizpartys, eine in Halle und eine in Naumburg, waren wir in der Lage, zumindest die nötigsten Dinge umzubauen. Dank vieler vieler Helfer wurden wir mit den Bauarbeiten pünktlich fertig und am 29.04.2005 war die neue Trofa geboren. Ein Kraftakt.....!


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